Architektur
Das
Gotteshaus beherrscht mit seinen Türmen das Bild der
Eupener Oberstadt. Nur das Eingangsportal mit seiner
Rahmung und das sich darüber befindende Mittelfenster
sind in der von Mefferdatis geplanten Ausführung belassen
worden.Die Kirche ist eine typische "Hallenkirche"
, d.h. die drei Schiffe sind fast gleich hoch und zu einem
einzigen Raumgefüge zusammengefasst. Sie besitzt weder
Querschiff noch Chorgang. Dieser Bautyp leitet den Druck der
Gewölbe über Säulen und Mauerwerk ab, sodass
kein Strebewerk erforderlich ist.
Die
Kirche ist in Grauwacke errichtet. Sie hat große Rundbogenfenster
mit Blausteinfassung. Eins spitzer Dachreiter bekrönt
das siebenseitig abschließende Chor. Das Dach ist mit
Schiefer gedeckt. Im Inneren zeigt die Kirche ein rundbogiges
Kreuzgrippengewölbe, das von vierzehn schmucklosen Rundsäulen
getragen wird. Gurt- und Jochbögen der Chorapsis weisen
geschmackvolle Stuckverzierungen auf.
Innenausstattung
Die
Kirche ist im Barockstil ausgestattet, wobei sich in
den verschiedenen Ausstattungsstücken der Aachener und
der Lütticher Barock überschneiden.Kostbares
Kunstwerk ist der 1740-1744 nach Plänen des Architekten
Johann Josef Couven, Aachen, entstandene Hochaltar.
Er wurde von dem Lütticher Bildhauer Hubert Hyard
geschnitzt. Marmorierung und farbige Fassung stammen von einem
weiteren Lütticher Künstler: Jakob Hainaux. Beeindruckend
sind vor allem die hervorragenden Statuen der Bekrönungsengel,
der Trinität und der heiligen Nikolaus und Lambertus
sowie die reich geschnitzte Tabernakelkomposition.
Auch
die beiden Nebenaltäre (etwa 1770) sind mit reichem
Schnitzwerk ausgestattet, wobei der rechte mit einer Verkündigungsgruppe
in der Retabelnische besondere Beachtung verdient. An den
vier oberen Säulen, befinden sich so genannte Kapellchen:
barocke Statuennischen mit geschmackvollem Dekor; die Statuen
sind Arbeiten aus dem
19. Jahrhundert.

Bemerkenswert
sind ferner: die 1730 aufgestellte Kanzel,
vier Beichtstühle (1758) mit durchbrochen geschnitztem
Bibelaufsatz, die reich dekorierte Wandvertäfelung
(1758)
im oberen Teil der Seitenschiffe, zwei holzgeschnitzte 2,10m
hohe Kandelaber (um 1740), die Orgel mit eindrucksvollem
Prospekt (1760-1762) und die einheitlich ausgeführten
Kirchenbänke mit den Namen alter Eupener Familien (ab
1730).
Die
an den Turmwänden und an den Säulen aufgestellten
Statuen der Apostel und Evangelisten, der Immaculata und des
Triumphators, alle etwa 1,80m hoch, sind Arbeiten des
Kölner Bildhauers Jeremias Geisselbrunn (1595-1660).
Sie entstanden etwa 1640 und wurden 1866 aus dem Inventar
der Minoritenkirche in Köln erworben.
An
der Fassade
Vor
dem Nordturm stellte man 1852 ein Missionskreuz auf,
dessen Christuskopf in Eisenguss dem aus dem 16. Jh. stammenden
spätgotischen Kruzifix in der Pfarrkirche zu Baelen nachempfunden
wurde.
Zu beachten ist ferner der 1767 entstandene Gitterabschluss
zur Straße hin.
Quelle:
Faltblatt der Kirche