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Quelle : Grenz-Echo vom 2.10.2006

Nach kompletter Restaurierung wurde das Kirchturmkreuz mit einem Spezialkran wieder an Ort und Stelle verankert
Weihnachten läuten die Glocken wieder

Von Elli Brandt

Optimistisch blicken die Unterstädter nun am Wahrzeichen ihres Viertels hinauf. Am vergangenen Samstag wurde das Gerüst, das immer noch den Kirchturm von St. Josef umgibt, kaum wahrgenommen.

Der Blick richtete sich auf die restaurierte Kreuzblume und vor allem auf das mehr als vier Meter hohe Kreuz, das mit viel Aufwand und großer Beachtung auf die Turmspitze gehievt wurde.

Die restaurierte Kreuzblume - »die Steinmetze haben sechs Wochen an ihr gearbeitet und 50 Prozent der Kreuzblume erneuert«, sagte Architekt Ernst Mennicken - hatte der Riesenkran bereits am Freitag, in aller Stille, nach oben befördert. Nun galt es, das erneuerte Metallkreuz als oberste Zierde des Turms in die Kreuzblume einzupassen. Zwei Handwerker warteten in luftiger Höhe auf die Ankunft des Kreuzes. Auf dem Kirchenvorplatz erwartete eine beachtliche Menschenmenge den spektakulären Auftritt des Riesenkrans und spekulierte über technische Details.

Architekt Ernst Mennicken konnte mit umfassenden Fachinformationen aufwarten. Durch die Kreuzblume und in den Turm hinein wurde ein sechs Meter langer Metallschaft eingeführt und in einer Edelstahlkonstruktion verankert. In den Edelstahlschaft wurde nun das Kreuz eingepasst, und in luftiger Höhe wurde die Konstruktion verschraubt. Mehr als einhundert Jahre dürfte Turm und Kreuz nun halten, bemerkte der Architekt.

Einige Gefahren, die die Bauherren vor rund 130 Jahren nicht beachtet haben, sind nun gebannt. Das Kreuz bekam eine Wasser abweisende Schürze verpasst, die das Regenwasser an der Kreuzblume vorbei leitet. »Wasser, das in die Fugen gerät, verursacht Frostschäden, sprengt den Stein«, erklärte der Architekt. Eine weitere Eigenheit des damaligen Bauhandwerks musste die Restaurierung ausmerzen: »Man hat vollkommen ohne Mörtel gebaut«, so Ernst Mennicken. »Die Steine stehen lose aufeinander, mit Holzklötzen dazwischen, die natürlich im Laufe der Jahre verrottet sind. Der Turm knackte in sich, bewegte sich hin und her.«

Statt für Stabilität zu sorgen taten die verrosteten Klammern das Gegenteil, denn rostendes Metall dehnt sich aus, hebelt die Fugen aus, sprengt schließlich das Mauerwerk. Die oberen sechs Meter des Turms, bis zu den Gaubenöffnungen, wurden Stein für Stein abgebaut. »Brauchbare Steine haben wir wieder verwendet«, so der Architekt. »Den Steinbruch, aus dem die Steine stammen, gibt es noch, im Grenzgebiet zwischen Trier und Luxemburg. So konnte die Turmspitze im alten Stil erneuert werden.« Neue Stahlklammern, die nicht rosten, bekommt der Kirchturm auch, fast 500 Stück.

»In den ersten Monaten des nächsten Jahres werden alle Arbeiten komplett abgeschlossen sein«, wagte der Architekt eine vorsichtige Aussage, mit ein paar Wenn und Aber. »Wenn das Wetter bis Weihnachten so ist, dass wir durcharbeiten können«, zum Beispiel.

Bürgermeister Dr. Elmar Keutgen erhielt das Versprechen, dass Weihnachten in St. Josef die Glocken wieder richtig läuten werden. Unter Applaus der Zuschauer gab er die Zusage weiter. Als vor zehn Jahren der erste Stein vom Kirchturm fiel und die Instandsetzungsarbeiten begannen, habe man das Ausmaß der Schäden unterschätzt, erinnerte Dr. Elmar Keutgen. »Aus einem kleinen, überschaubaren Projekt wurde ein großes. Das Gerüst wuchs höher und höher.«

In den nächsten Wochen werden weitere Fugen im Turm erneuert. In die leeren Fugen wird über ein Druckverfahren Mörtel gepresst. Das große Fenster über dem Portal wird innerhalb der nächsten zwei Wochen ausgebaut und erneuert. Der Glockenstuhl ist noch beim Restaurator, soll aber in den nächsten 14 Tagen zurück nach St. Josef kommen. Die Glocken haben die Kirche nie verlassen. »Sie sind in einem guten Zustand und hängen an Ankern und Gurten«, so der Architekt.

Über das Resultat des Gutachtens zur Erdbebensicherheit des schmalen Turms von St. Joseph hatte sich der Bürgermeister ebenfalls informiert: Die Werte liegen an der Grenze. Aber der Turm gilt als sicher.

 


Quelle : Grenz-Echo vom 12.8.2006

Pater Joseph Meyers wurde vor 50 Jahren in Limburg an der Lahn zum Priester geweiht - Diözesanpriester scheut keine Kritik an der Amtskirche
»Schweigen ist Gold, Reden braucht Mut«

Von Heinz Gensterblum

In der Leserbriefspalte unserer Zeitung taucht regelmäßig »Pater Joseph Meyers, Astenet« als Absender auf. Nicht selten stimmt der Geistliche kritische Töne gegenüber der Amtskirche an. Da der gebürtige Eupener nie in Ostbelgien als Priester tätig war, ist er vielen Menschen hier unbekannt. Das Grenz-Echo besuchte ihn.

Nach seiner Weihe vor 50 Jahren in Limburg an der Lahn und verschiedenen Priesterstationen im Westerwald war der heute 75-Jährige ab Anfang der 80er Jahre in Afrika als Missionar tätig. Aus gesundheitlichen Gründen unterbrach er im Dezember 2004 sein Engagement auf dem Schwarzen Kontinent und kehrte in seine Heimat zurück (siehe Artikel »Zur Person« anbei).

Katharinenstift

Joseph Meyers wohnt nach einer Zwischenstation im Eupener Klösterchen inzwischen im Asteneter Katharinenstift, wo er einmal wöchentlich die Messe liest, in der Umgebung bei Priestermangel aushilft und für seine Predigten manchmal sogar offenen Applaus erhält. Nach seiner Devise »Schweigen ist Gold, Reden braucht Mut« hatte er sich bereits als Jugendkaplan im Westerwald als kritischer Prediger, der nicht auf der frommen Linie liegt, einen Namen gemacht.
Dieser kritische Geist ist ihm bis heute erhalten geblieben.
Dass die Kirchen immer leerer werden, hat für Joseph Meyers auch damit zu tun, dass »die Kirche die Leute für dumm verkauft hat, selbst uns im Seminar damals«.

Die Menschen heute seien ganz einfach besser informiert, sei es, weil sie studiert haben oder weil sie durch die Medien aufgeklärter seien:
»Ihr Wissen steht dann im Widerspruch zur öffentlichen Meinung der Kirche. Die Leute stellen dann fest, dass sie bewusst oder unbewusst falsch belehrt wurden.«

Natürlich spiele auch der Materialismus eine Rolle, dass sich Menschen zusehends von der Kirche abwenden würden. Meyers erinnert sich, dass es während seiner Studienjahre in Lüttich noch verpönt war, im Wetzlarbad zu schwimmen, auch der Besuch eines Kinos und das Lesen einer Zeitung waren nicht nach den Vorstellungen der Kirche.
In Frankfurt lernte er vor seiner Weihe ein völlig anderes, freieres Leben kennen: »Ich habe gefragt, was richtig ist. Als Antwort erhielt ich: 'Wenn Sie mit 24 Jahren noch nicht wissen, was Recht und Unrecht ist, dann kann ich Sie nicht zum Priester weihen.'«

Wenn er fünf Tage Papst sein dürfte, würde er nach einer Empfehlung von Abbé Pierre zunächst einmal die vatikanischen Museen in Privathand übergeben, scherzt Meyers.
»Auf alle Fälle würde ich mich um wichtigere Dinge kümmern als die Ehemoral.«

Gegen das Zölibat ist er unterdessen nicht generell: »Ich bin nicht dagegen.
Komisch ist nur, dass eine Lebensform, die im mittelalterlichen Europa sinnvoll war, auf andere Kontinente übertragen werden musste.
In Afrika ist ein Mann ein Nichts, wenn er keine Kinder gezeugt hat«, sagte Meyer zur pflichtmäßigen Ehelosigkeit bei katholischen Priestern:
»Ich würde mir wünschen, dass es ein Votum und kein Imperativ wäre.« An der Spitze der römisch-katholischen Kirche würde er die Befugnisse neu ordnen:
»Es läuft alles zu zentralistisch. Die Bischofskonferenzen sollten mehr Macht erhalten. Was für den Spanier gut ist, muss nicht unbedingt für den Belgier gut sein.«
Von Joseph Ratzinger als Oberhirten erwartet er keine Dummheiten - weder im konservativen noch im progressiven Sinn: »Dafür ist er ganz einfach zu intelligent.«

Briefkontakte

Als Fehler aus der Vergangenheit fiel ihm spontan im konservativen Sinn die Enzyklika von Papst Pauls VI. über die rechte Ordnung der Weitergabe des menschlichen Lebens »Humanae vitae« aus dem Jahre 1968 ein.
Als Fortschritt nennt er die Liturgiereform, die vielleicht manchmal zu schnell vorangetrieben worden sei.
Mit dem Großteil seiner Mitbewohner im Katharinenstift ist ein Austausch mit einem gewissen intellektuellen Anspruch nicht mehr möglich.
Mit seinem ironischen Humor tut sich der eine oder andere Altersgenosse ohnehin schwer. Meyers liest daher viel, pflegt Briefkontakte und hat sich aus Langeweile heraus ans Schreiben von Leserbriefen gegeben.

Weiter begeistert

Auch in seiner Zeit in Afrika hat er nicht den Mund gehalten: »Ich habe gesehen, wie Geld dort verschwendet wird.
Mit meinen Aussagen habe ich Misereor in Wallung gebracht.

« Wenn er für sich Bilanz zieht und noch einmal vor der Entscheidung stünde, den Weg eines Geistlichen zu beschreiten, würde er sich erneut so entscheiden.
»Die Sache Jesu Christi begeistert mich weiter, unabhängig von den Umständen.«




Quelle : Grenz-Echo vom 28.7.2006


Spektakuläres an St. Josef

Kreuzblume wird repariert - Spektakuläre Aktion an der Kirchturmspitze

Es tut sich wieder was am Kirchturm in der Unterstadt. Gestern, in aller Herrgottsfrühe war ein Ungetüm von Kran, der 200 Tonnen heben kann und 75 Meter hoch reicht, auf dem Vorplatz von St. Josef vorgefahren.

Die höchste Spitze des Turms, die Kreuzblume, galt es abzuheben und zur Erde zu befördern.

Das Kreuz, das seit fast 140 Jahren aus der Kreuzblume ragte, befindet sich bereits unten, ist in der Kirche ausgestellt. Mit einem Metallpin, der durch die gesamte, zwei Meter hohe und anderthalb Meter breite Kreuzblume ging, war das Kreuz befestigt.
»Die Kreuzblume aus Eifler Sandstein ist stark verwittert, weist Risse auf«, erklärt Architekt Ernst Mennicken.
Die Metallverankerung sei stark gerostet. In luftiger Höhe von etwa 60 Metern lasse sich die Kreuzblume nicht reparieren.

Nach mehr als zwei Stunden Kranarbeit war die zwei Tonnen schwere Kreuzblume unten, wie ein Paket verschnürt.
»Sie besteht aus drei übereinander gesetzten Teilen, aber wir mussten sie als Gesamtpaket herunterholen«, erklärt der Architekt.
Auf den Lkw geladen und zur Werkstatt der Steinmetze gebracht wurde das Sandsteinteil. Dort beginnt die aufwändige Restaurierungsarbeit.
»Jetzt ist die Kirche ohne Hut«, bemerkte Pastor Josef Evertz.

Der Architekt versicherte ihm: »Innerhalb der nächsten zwei Monate ist das Kreuz wieder drauf.« Zuerst werde die restaurierte Kreuzblume per Kran wieder aufgesetzt, dann, in einer mechanischen Verbindung, das Kreuz.
»Ein Spezialfirma wird sich darum kümmern«, so Ernst Mennicken.
»Unter anderem ein Schlosser, der schon für den Vatikan gearbeitet hat.
« Das Kreuz werde so gestaltet, dass es das Wasser von der Kreuzblume, von den Stahlteilen, abhält.

Doch bevor wieder ein Kreuz St. Josef zieren wird, sind noch einige Arbeiten am Turmhelm, dem oberen Drittel des Kirchturms, notwendig.
»Die Arbeiten sollen jetzt zügig erfolgen«, versichern Mitarbeiter der Baufirma mit Hauptsitz in Köln.
Schon am Freitag wollen sie mit dem Abtragen der ersten Steine beginnen. Die oberen sechs Meter des Turmhelms müssen Stein für Stein abgetragen werden. Vor Ort sollen Steinmetze in Handarbeit das historische Material bearbeiten. Die restlichen rund 14 Meter des Turmhelms aus Sandstein werden vom Gerüst aus bearbeitet.

Auch hier seien die Stahlklammern stark verrostet. »Rost dehnt sich aus und sprengt das Mauerwerk«, erklärt der Architekt. Hinzu komme, dass die Baumeister von einst ganz ohne Mörtel gearbeitet haben.
»Das hat sich jetzt als Fehler herausgestellt«, weiß Ernst Mennicken.
Jetzt soll auch hier Flüssigmörtel in die Fugen gepresst werden und für Stabilität sorgen. »Unter dem Sandstein des Turmhelms ist alles Blaustein«, sagt Ernst Mennicken.
Auch der sei brüchig.
Also werden auch hier Edelstahlanker gebraucht und Flüssigmörtel. Bereits vor drei, vier Jahren seien 28 Tonnen Flüssigmörtel in den Kirchturm gepresst worden.

»Es steht noch eine Untersuchung zur Erdbebensicherheit an«, verrät der Architekt. Doch er gibt sich optimistisch.
Eine Vorabanfrage zur Statik habe nichts Negatives ergeben. So werde der obere Teil des Turms im Laufe des Monats Oktober saniert und restauriert und vom Gerüst befreit sein. Dann sollen zügig die Arbeiten im unteren Teil folgen. Das Westfenster sei schon in Arbeit.

Anschließend werde das Fenster über dem südlichen Eingang am linken Strebenbogen erneuert. Einige Fugen seien zu erneuern. Große Überraschungen seien nicht mehr zu erwarten, hofft der Architekt.
Auf einen Termin, wann alle Gerüste an St. Josef verschwunden sein werden, will sich Ernst Mennicken jedoch noch nicht festlegen.

»Noch in diesem Jahr werden die Glocken in St. Josef wieder läuten, haben Arbeiter der Baufirma versprochen«, verrät Pastor Josef Evertz.
»Schön wäre es«, meint er.
Doch so richtig glaubt er daran offensichtlich nicht.
»Seit mehr als neun Jahren steht das große Gerüst.
Wenn es im Juni nächsten Jahres noch da steht, dann werden wir zehn Jahre Gerüstjubiläum feiern«, bemerkt er.
»Ich kenne die Kirche gar nicht ohne Gerüst. Als ich vor 24 Jahren hier eingeführt wurde, bin ich unter einem Gerüst durchgegangen.«

»An Verzögerungen in Sachen Kirchturm sind wir gewöhnt«, meinten auch Unterstädter, die sich in großer Zahl eingefunden hatten, um den Kraneinsatz zu beobachten.
»Dass während des Winters nicht gearbeitet wurde ist klar – aber warum wurden die Arbeiten mit einigen Monaten Verspätung wieder aufgenommen?«
Darauf erhielten die Unterstädter weder vom Architekten noch von den Mitarbeitern der Baufirma eine Antwort. »
Ich habe immer wieder nachgefragt, bei der Stadt, beim Architekten«, versicherte Josef Evertz.
Doch auch er wusste keine Antwort. Fast so spannend wie bei einem Kunstwerk von Christo werde die Enthüllung sein. »Ein Patchwork-Muster aus Alt und Neu werden wir zu sehen bekommen«, fürchten einige Unterstädter.
»Hoffentlich bringt die Stadt das Geld auf, um den Kirchturm sandstrahlen zu lassen«, wünschen sie sich.

 

Quelle : Grenz-Echo vom 7.7.2006

Bischofsvikar François Palm, Walhorn

»Nicht um eigenen Kirchturm drehen«

Welche Vision steckt hinter dem Projekt der Schaffung von Pfarrverbänden im Bistum?

Die Vision ist das Reich Gottes, das mit veränderten Strukturen und in einer veränderten Situation von Kirche und Gesellschaft aufgebaut werden soll. Es geht darum unsere Kräfte zu bündeln, damit wir als Christen Zeichen des Reiches Gottes in dieser Welt sein können. Die grundlegende Frage, die hinter dem Projekt »Baustelle Pfarren« steckt, lautet: Wie können wir als Christen unserem Auftrag in dieser Welt besser gerecht werden?

Was ändert sich für die Christen in Ostbelgien durch die Schaffung von Pfarrverbänden?

Vor allem muss sich die Mentalität bei den Christen ändern und das braucht Zeit. Der Weg von einem Konsum- zu einem Bekenntnisdenken muss unbeirrt gegangen werden. Die Zeiten sind vorbei, da die Kirche noch sämtliche Bedürfnisse zufrieden stellen konnte. Nun stellt sich verstärkt die Frage: Was müssen wir und was können wir als Christen tun? Wir erfahren die Stärke von Gemeinschaft, wenn wir nicht mehr um unseren eigenen Kirchturm drehen, sondern inmitten eines Pfarrverbandes die Zusammenarbeit mit anderen Christen erleben.
Inmitten einer größeren Gemeinschaft können wir die Kräfte besser bündeln und so unsere Aufgaben gezielter erfüllen. Alle Christen müssen sich mehr und mehr ihrer ureigenen Berufung als getaufte Menschen bewusst werden.
Alle sind berufen und nicht nur einige wenige Priester.

Welchen Ängsten sind Sie bei der Schaffung von Pfarrverbänden in Ostbelgien vorab begegnet?

Jede Veränderung ruft Ängste hervor, da wir uns als Menschen gerne absichern möchten. Jeder eingetretene Pfad, der verlassen wird, fordert heraus. Nun aber werden alte Strukturen und das bisherige vielfach verbreitete Kirchturmdenken, aufgebrochen. Hinzu kommt, dass mit den Pfarrverbänden die Christen noch mehr aufgerufen werden, mitverantwortlich zu sein, was auch Ängste hervorruft.
Nicht wenige Christen fühlen sich überfordert, nicht genügend ausgebildet. Es stellt sich die Frage nach der Begleitung von Christen, die im Pfarrverband Verantwortung tragen.

Welche Aufgaben und Herausforderungen kommen auf die Christen zu?

Das neue Dekret, das die neun Pfarrverbände in Ostbelgien festlegt, will den Rahmen abstecken und das Ziel vorgeben.
Die größte Herausforderung sehe ich darin, dieses Dekret mit Leben und Geist zu erfüllen, damit es kein frommes Wunschdenken bleibt.
Weitere Herausforderungen erkenne ich in einem verstärkten Miteinander zwischen den verantwortlichen Christen in den einzelnen Pfarren, die einen Verband bilden.

Wie sieht die (neue) Aufgabe des Priesters als Leiter eines Verbandes aus?

Entscheidend ist, dass der Priester nicht mehr allein in der Verantwortung steht, auch wenn er weiterhin der erste Verantwortliche vor dem Bischof ist.
Aber der Priester trägt künftig - inmitten des zu schaffenden Pastoralteams - mit den Laien zusammen Verantwortung.
Die Priester in einem Pfarrverband sollen noch besser untereinander kooperieren. Hinzu kommt das Miteinander von Priestern und Laien, die nicht Erfüllungsgehilfen der Priester sind, sondern Mitträger in der Verantwortung. Das Dekret steckt den Rahmen ab und ist die Folge einer pastoralen Entscheidung. Mit den Erlassen gibt unser Bischof die Richtung vor. Nun gilt es diese Dekrete von innen her mit Leben und Geist zu erfüllen. (kli)

 

Quelle : Grenz-Echo vom 17.1.2006

Gemütliches Beisammensein bei traditioneller vereinsinterner Feier
Chor Ste. Marie ehrte langjährige Vereinsmitglieder

Die Geehrten des Eupener Chors Ste. Marie.

Im Rahmen eines gemütlichen vereinsinternen Beisammenseins lud der Chor Ste. Marie der Eupener Pfarre St. Nikolaus am Samstagabend in die Cafetaria des Eupener Sportzentrums ein.
Im Mittelpunkt dieser Feierstunde standen gleich mehrere Ehrungen langjähriger sowie verdienstvoller Mitglieder des Chores. Ausgezeichnet mit der Silbernen Kulturnadel der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurden Albert Creutz, für 31-jährige Vereinstreue sowie Hildegard Zweber und Paul Depolt für jeweils 30-jährige Mitgliedschaft.
Ebenfalls geehrt mit der Silbernen Kulturnadel der DG wurden Maria Creutz und Marie-Louise Daulne für jeweils 29 Jahre, Monique Mengels für 27 Jahre, Marlene Collienne und Marcel Deswysen für jeweils 26 Jahre sowie Edith Hoornaert
für 25-jährige treue Mitgliedschaft.

Die Födekam ehrte mit der Medaille »In Veterani Honorem« in Gold Jacqueline Stephany und Monique Depolt, beide für 45-jährige Mitgliedschaft, Albert Heuschen für 36 Jahre sowie Marguerite Rosskamp für 35 Jahre Vereinstreue.

Während Jean Nyssen für 33 Jahre die Födekam-Auszeichnung Pro Meritis in Gold in Empfang nehmen konnte, erhielten Lucie Antoine für 34 Jahre, Albert Creutz für 31 Jahre, Hildegard Zweber und Paul Depolt, beide für 30 Jahre, Maria Creutz und Marie-Louise Daulne, beide für 29 Jahre, Monique Mengels für 27 Jahre, Marlene Collienne und Marcel Deswysen, beide für 26 Jahre sowie Edith Hoornaert für 25-jährige Vereinstreue die Födekam-Auszeichnung »In Veterani Honorem« in Silber.

Eine besondere Ehrung kam jedoch Marie-Jeanne Lacrosse zuteil, die für ihre 55-jährige Mitgliedschaft die wohl seltene Födekam-Auszeichnung »Ehrenkreuz Ritter« in Empfang nehmen konnte.

Untermalt wurde dieses ungezwungene Beisammensein durch einige schwungvolle Gesangseinlagen der Mitglieder des gastgebenden Chores sowie ein gemeinsames Abendessen, das diese fröhliche Feierstunde in einem gebührenden Rahmen abrundete.(ras)


Von Elli Brandt



Quelle : Grenz-Echo vom 5.1.2006

Nach 136 Jahren war eine Restaurierung unumgänglich geworden
Turmkreuz breitet Arme bald wieder über Unterstadt aus

Am 21. Juni 1869 wurde das Turmkreuz auf den Unterstädter Kirchturm gesetzt. Jetzt wurde es von Grund auf restauriert und kann noch während einigen Wochen im linken Seitenschiff der St. Joseph-Kirche aus nächster Nähe in Augenschein genommen werden.

Nach vollständiger Restaurierung kann das Turmkreuz der St. Joseph-Kirche zurzeit im Seitenschiff des Unterstädter Gotteshauses bewundert werden. Genauso wie der Kirchturm selbst benötigte das Turmkreuz eine grundlegende Sanierung, die allerdings zügiger voranging und vor allem auch längst nicht so aufwändig war, wie die Turmsanierung an sich. Finanzielle Engpässe Das gusseiserne Kreuz stammt aus dem Jahr 1869.

Erst fünf Jahre nachdem die Unterstädter Kirche eingeweiht worden war, erhielt es seinen Platz auf dem Kirchturm. Die St. Joseph-Kirche war im Jahr 1864 eingeweiht worden, verfügte zu diesem Zeitpunkt allerdings über keinen Turm. Finanzielle Engpässe hatten dazu geführt, dass die Kirche erst einmal ohne Turm auskommen musste.

Mit dem Kirchturmbau wurde im Jahr 1867 begonnen. Es war ein Aachener Maurermeister, der diesen Auftrag erhalten hatte und der den Turmbau im Jahr 1869 beendete.

Ehe dann aber am 21. Juni 1869 das Turmkreuz aufgesetzt wurde, hatten die Unterstädter bereits einige Wochen zuvor anlässlich einer eiligst einberufenen Bürgerversammlung beschlossen, das Turmkreuz vergolden zu lassen. Ermöglicht wurde diese Vergoldung dank der Spenden seitens der Unterstädter Bevölkerung.


Am 21. Juni 1869 war es dann endlich soweit. Nach einem Festzug durch die Unterstadt wurde das funkelnagelneue und inzwischen vergoldete Kreuz auf dem Kirchturm angebracht, wo es fortan seine »Arme« über die Unterstadt ausbreitete.

Doch vor einigen Jahren wurde klar, dass das Turmkreuz »kränkelte«. Es sind inzwischen sieben bis acht Jahre her, dass sich eines Tages eine Verzierung an dem Kreuz gelöst hat. Das Eisenstück fiel durch das Dach des Pfarrsaals und in jenen Raum, wo der damals noch bestehende Kirchenchor seine wöchentliche Probe abhielt.

Das frisch restaurierte Turmkreuz soll im kommenden Frühjahr wieder seinen angestammten Platz auf dem Kirchturm zurückerhalten.



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