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Quelle : Grenz-Echo vom 2.10.2006
Nach
kompletter Restaurierung wurde das Kirchturmkreuz mit einem Spezialkran
wieder an Ort und Stelle verankert
Weihnachten läuten
die Glocken wieder
Von
Elli Brandt
Optimistisch
blicken die Unterstädter nun am Wahrzeichen ihres Viertels
hinauf. Am vergangenen Samstag wurde das Gerüst, das immer
noch den Kirchturm von St. Josef umgibt, kaum wahrgenommen.
Der
Blick richtete sich auf die restaurierte Kreuzblume und vor allem
auf das mehr als vier Meter hohe Kreuz, das mit viel Aufwand und
großer Beachtung auf die Turmspitze gehievt wurde.
Die
restaurierte Kreuzblume - »die Steinmetze haben sechs Wochen
an ihr gearbeitet und 50 Prozent der Kreuzblume erneuert«,
sagte Architekt Ernst Mennicken - hatte der Riesenkran bereits
am Freitag, in aller Stille, nach oben befördert. Nun galt
es, das erneuerte Metallkreuz als oberste Zierde des Turms in
die Kreuzblume einzupassen. Zwei Handwerker warteten in luftiger
Höhe auf die Ankunft des Kreuzes. Auf dem Kirchenvorplatz
erwartete eine beachtliche Menschenmenge den spektakulären
Auftritt des Riesenkrans und spekulierte über technische
Details.
Architekt
Ernst Mennicken konnte mit umfassenden Fachinformationen aufwarten.
Durch die Kreuzblume und in den Turm hinein wurde ein sechs Meter
langer Metallschaft eingeführt und in einer Edelstahlkonstruktion
verankert. In den Edelstahlschaft wurde nun das Kreuz eingepasst,
und in luftiger Höhe wurde die Konstruktion verschraubt.
Mehr als einhundert Jahre dürfte Turm und Kreuz nun halten,
bemerkte der Architekt.
Einige
Gefahren, die die Bauherren vor rund 130 Jahren nicht beachtet
haben, sind nun gebannt. Das Kreuz bekam eine Wasser abweisende
Schürze verpasst, die das Regenwasser an der Kreuzblume vorbei
leitet. »Wasser, das in die Fugen gerät, verursacht
Frostschäden, sprengt den Stein«, erklärte der
Architekt. Eine weitere Eigenheit des damaligen Bauhandwerks musste
die Restaurierung ausmerzen: »Man hat vollkommen ohne Mörtel
gebaut«, so Ernst Mennicken. »Die Steine stehen lose
aufeinander, mit Holzklötzen dazwischen, die natürlich
im Laufe der Jahre verrottet sind. Der Turm knackte in sich, bewegte
sich hin und her.«
Statt
für Stabilität zu sorgen taten die verrosteten Klammern
das Gegenteil, denn rostendes Metall dehnt sich aus, hebelt die
Fugen aus, sprengt schließlich das Mauerwerk. Die oberen
sechs Meter des Turms, bis zu den Gaubenöffnungen, wurden
Stein für Stein abgebaut. »Brauchbare Steine haben
wir wieder verwendet«, so der Architekt. »Den Steinbruch,
aus dem die Steine stammen, gibt es noch, im Grenzgebiet zwischen
Trier und Luxemburg. So konnte die Turmspitze im alten Stil erneuert
werden.« Neue Stahlklammern, die nicht rosten, bekommt der
Kirchturm auch, fast 500 Stück.
»In
den ersten Monaten des nächsten Jahres werden alle Arbeiten
komplett abgeschlossen sein«, wagte der Architekt eine vorsichtige
Aussage, mit ein paar Wenn und Aber. »Wenn das Wetter bis
Weihnachten so ist, dass wir durcharbeiten können«,
zum Beispiel.
Bürgermeister
Dr. Elmar Keutgen erhielt das Versprechen, dass Weihnachten in
St. Josef die Glocken wieder richtig läuten werden. Unter
Applaus der Zuschauer gab er die Zusage weiter. Als vor zehn Jahren
der erste Stein vom Kirchturm fiel und die Instandsetzungsarbeiten
begannen, habe man das Ausmaß der Schäden unterschätzt,
erinnerte Dr. Elmar Keutgen. »Aus einem kleinen, überschaubaren
Projekt wurde ein großes. Das Gerüst wuchs höher
und höher.«
In
den nächsten Wochen werden weitere Fugen im Turm erneuert.
In die leeren Fugen wird über ein Druckverfahren Mörtel
gepresst. Das große Fenster über dem Portal wird innerhalb
der nächsten zwei Wochen ausgebaut und erneuert. Der Glockenstuhl
ist noch beim Restaurator, soll aber in den nächsten 14 Tagen
zurück nach St. Josef kommen. Die Glocken haben die Kirche
nie verlassen. »Sie sind in einem guten Zustand und hängen
an Ankern und Gurten«, so der Architekt.
Über
das Resultat des Gutachtens zur Erdbebensicherheit des schmalen
Turms von St. Joseph hatte sich der Bürgermeister ebenfalls
informiert: Die Werte liegen an der Grenze. Aber der Turm gilt
als sicher.
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Quelle : Grenz-Echo vom 12.8.2006
Pater
Joseph Meyers wurde vor 50 Jahren in Limburg an der Lahn zum
Priester geweiht - Diözesanpriester scheut keine Kritik
an der Amtskirche
»Schweigen ist Gold, Reden braucht Mut«
Von
Heinz Gensterblum
In
der Leserbriefspalte unserer Zeitung taucht regelmäßig
»Pater Joseph Meyers, Astenet« als Absender auf.
Nicht selten stimmt der Geistliche kritische Töne gegenüber
der Amtskirche an. Da der gebürtige Eupener nie in Ostbelgien
als Priester tätig war, ist er vielen Menschen hier unbekannt.
Das Grenz-Echo besuchte ihn.
Nach
seiner Weihe vor 50 Jahren in Limburg an der Lahn und verschiedenen
Priesterstationen im Westerwald war der heute 75-Jährige
ab Anfang der 80er Jahre in Afrika als Missionar tätig.
Aus gesundheitlichen Gründen unterbrach er im Dezember
2004 sein Engagement auf dem Schwarzen Kontinent und kehrte
in seine Heimat zurück (siehe Artikel »Zur Person«
anbei).
Katharinenstift
Joseph
Meyers wohnt nach einer Zwischenstation im Eupener Klösterchen
inzwischen im Asteneter Katharinenstift, wo er einmal wöchentlich
die Messe liest, in der Umgebung bei Priestermangel aushilft
und für seine Predigten manchmal sogar offenen Applaus
erhält. Nach seiner Devise »Schweigen ist Gold, Reden
braucht Mut« hatte er sich bereits als Jugendkaplan im
Westerwald als kritischer Prediger, der nicht auf der frommen
Linie liegt, einen Namen gemacht.
Dieser kritische Geist ist ihm bis heute erhalten geblieben.
Dass die Kirchen immer leerer werden, hat für Joseph Meyers
auch damit zu tun, dass »die Kirche die Leute für
dumm verkauft hat, selbst uns im Seminar damals«.
Die Menschen heute seien ganz einfach besser informiert, sei
es, weil sie studiert haben oder weil sie durch die Medien aufgeklärter
seien:
»Ihr Wissen steht dann im Widerspruch zur öffentlichen
Meinung der Kirche. Die Leute stellen dann fest, dass sie bewusst
oder unbewusst falsch belehrt wurden.«
Natürlich spiele auch der Materialismus eine Rolle, dass
sich Menschen zusehends von der Kirche abwenden würden.
Meyers erinnert sich, dass es während seiner Studienjahre
in Lüttich noch verpönt war, im Wetzlarbad zu schwimmen,
auch der Besuch eines Kinos und das Lesen einer Zeitung waren
nicht nach den Vorstellungen der Kirche.
In Frankfurt lernte er vor seiner Weihe ein völlig anderes,
freieres Leben kennen: »Ich habe gefragt, was richtig
ist. Als Antwort erhielt ich: 'Wenn Sie mit 24 Jahren noch nicht
wissen, was Recht und Unrecht ist, dann kann ich Sie nicht zum
Priester weihen.'«
Wenn
er fünf Tage Papst sein dürfte, würde er nach
einer Empfehlung von Abbé Pierre zunächst einmal
die vatikanischen Museen in Privathand übergeben, scherzt
Meyers.
»Auf alle Fälle würde ich mich um wichtigere
Dinge kümmern als die Ehemoral.«
Gegen das Zölibat ist er unterdessen nicht generell: »Ich
bin nicht dagegen.
Komisch ist nur, dass eine Lebensform, die im mittelalterlichen
Europa sinnvoll war, auf andere Kontinente übertragen werden
musste.
In Afrika ist ein Mann ein Nichts, wenn er keine Kinder gezeugt
hat«, sagte Meyer zur pflichtmäßigen Ehelosigkeit
bei katholischen Priestern:
»Ich würde mir wünschen, dass es ein Votum und
kein Imperativ wäre.« An der Spitze der römisch-katholischen
Kirche würde er die Befugnisse neu ordnen:
»Es läuft alles zu zentralistisch. Die Bischofskonferenzen
sollten mehr Macht erhalten. Was für den Spanier gut ist,
muss nicht unbedingt für den Belgier gut sein.«
Von Joseph Ratzinger als Oberhirten erwartet er keine Dummheiten
- weder im konservativen noch im progressiven Sinn: »Dafür
ist er ganz einfach zu intelligent.«
Briefkontakte
Als
Fehler aus der Vergangenheit fiel ihm spontan im konservativen
Sinn die Enzyklika von Papst Pauls VI. über die rechte
Ordnung der Weitergabe des menschlichen Lebens »Humanae
vitae« aus dem Jahre 1968 ein.
Als Fortschritt nennt er die Liturgiereform, die vielleicht
manchmal zu schnell vorangetrieben worden sei.
Mit dem Großteil seiner Mitbewohner im Katharinenstift
ist ein Austausch mit einem gewissen intellektuellen Anspruch
nicht mehr möglich.
Mit seinem ironischen Humor tut sich der eine oder andere Altersgenosse
ohnehin schwer. Meyers liest daher viel, pflegt Briefkontakte
und hat sich aus Langeweile heraus ans Schreiben von Leserbriefen
gegeben.
Weiter
begeistert
Auch
in seiner Zeit in Afrika hat er nicht den Mund gehalten: »Ich
habe gesehen, wie Geld dort verschwendet wird.
Mit meinen Aussagen habe ich Misereor in Wallung gebracht.
« Wenn er für sich Bilanz zieht und noch einmal vor
der Entscheidung stünde, den Weg eines Geistlichen zu beschreiten,
würde er sich erneut so entscheiden.
»Die Sache Jesu Christi begeistert mich weiter, unabhängig
von den Umständen.«
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Quelle : Grenz-Echo vom 28.7.2006
Spektakuläres an
St. Josef
Kreuzblume wird repariert - Spektakuläre
Aktion an der Kirchturmspitze
Es
tut sich wieder was am Kirchturm in der Unterstadt. Gestern,
in aller Herrgottsfrühe war ein Ungetüm von Kran,
der 200 Tonnen heben kann und 75 Meter hoch reicht, auf dem
Vorplatz von St. Josef vorgefahren.
Die
höchste Spitze des Turms, die Kreuzblume, galt es abzuheben
und zur Erde zu befördern.
Das
Kreuz, das seit fast 140 Jahren aus der Kreuzblume ragte, befindet
sich bereits unten, ist in der Kirche ausgestellt. Mit einem
Metallpin, der durch die gesamte, zwei Meter hohe und anderthalb
Meter breite Kreuzblume ging, war das Kreuz befestigt.
»Die Kreuzblume aus Eifler Sandstein ist stark verwittert,
weist Risse auf«, erklärt Architekt Ernst Mennicken.
Die Metallverankerung sei stark gerostet. In luftiger Höhe
von etwa 60 Metern lasse sich die Kreuzblume nicht reparieren.
Nach
mehr als zwei Stunden Kranarbeit war die zwei Tonnen schwere
Kreuzblume unten, wie ein Paket verschnürt.
»Sie besteht aus drei übereinander gesetzten Teilen,
aber wir mussten sie als Gesamtpaket herunterholen«, erklärt
der Architekt.
Auf den Lkw geladen und zur Werkstatt der Steinmetze gebracht
wurde das Sandsteinteil. Dort beginnt die aufwändige Restaurierungsarbeit.
»Jetzt ist die Kirche ohne Hut«, bemerkte Pastor
Josef Evertz.
Der
Architekt versicherte ihm: »Innerhalb der nächsten
zwei Monate ist das Kreuz wieder drauf.« Zuerst werde
die restaurierte Kreuzblume per Kran wieder aufgesetzt, dann,
in einer mechanischen Verbindung, das Kreuz.
»Ein Spezialfirma wird sich darum kümmern«,
so Ernst Mennicken.
»Unter anderem ein Schlosser, der schon für den Vatikan
gearbeitet hat.
« Das Kreuz werde so gestaltet, dass es das Wasser von
der Kreuzblume, von den Stahlteilen, abhält.
Doch
bevor wieder ein Kreuz St. Josef zieren wird, sind noch einige
Arbeiten am Turmhelm, dem oberen Drittel des Kirchturms, notwendig.
»Die Arbeiten sollen jetzt zügig erfolgen«,
versichern Mitarbeiter der Baufirma mit Hauptsitz in Köln.
Schon am Freitag wollen sie mit dem Abtragen der ersten Steine
beginnen. Die oberen sechs Meter des Turmhelms müssen Stein
für Stein abgetragen werden. Vor Ort sollen Steinmetze
in Handarbeit das historische Material bearbeiten. Die restlichen
rund 14 Meter des Turmhelms aus Sandstein werden vom Gerüst
aus bearbeitet.
Auch
hier seien die Stahlklammern stark verrostet. »Rost dehnt
sich aus und sprengt das Mauerwerk«, erklärt der
Architekt. Hinzu komme, dass die Baumeister von einst ganz ohne
Mörtel gearbeitet haben.
»Das hat sich jetzt als Fehler herausgestellt«,
weiß Ernst Mennicken.
Jetzt soll auch hier Flüssigmörtel in die Fugen gepresst
werden und für Stabilität sorgen. »Unter dem
Sandstein des Turmhelms ist alles Blaustein«, sagt Ernst
Mennicken.
Auch der sei brüchig.
Also werden auch hier Edelstahlanker gebraucht und Flüssigmörtel.
Bereits vor drei, vier Jahren seien 28 Tonnen Flüssigmörtel
in den Kirchturm gepresst worden.
»Es
steht noch eine Untersuchung zur Erdbebensicherheit an«,
verrät der Architekt. Doch er gibt sich optimistisch.
Eine Vorabanfrage zur Statik habe nichts Negatives ergeben.
So werde der obere Teil des Turms im Laufe des Monats Oktober
saniert und restauriert und vom Gerüst befreit sein. Dann
sollen zügig die Arbeiten im unteren Teil folgen. Das Westfenster
sei schon in Arbeit.
Anschließend
werde das Fenster über dem südlichen Eingang am linken
Strebenbogen erneuert. Einige Fugen seien zu erneuern. Große
Überraschungen seien nicht mehr zu erwarten, hofft der
Architekt.
Auf einen Termin, wann alle Gerüste an St. Josef verschwunden
sein werden, will sich Ernst Mennicken jedoch noch nicht festlegen.
»Noch
in diesem Jahr werden die Glocken in St. Josef wieder läuten,
haben Arbeiter der Baufirma versprochen«, verrät
Pastor Josef Evertz.
»Schön wäre es«, meint er.
Doch so richtig glaubt er daran offensichtlich nicht.
»Seit mehr als neun Jahren steht das große Gerüst.
Wenn es im Juni nächsten Jahres noch da steht, dann werden
wir zehn Jahre Gerüstjubiläum feiern«, bemerkt
er.
»Ich kenne die Kirche gar nicht ohne Gerüst. Als
ich vor 24 Jahren hier eingeführt wurde, bin ich unter
einem Gerüst durchgegangen.«
»An
Verzögerungen in Sachen Kirchturm sind wir gewöhnt«,
meinten auch Unterstädter, die sich in großer Zahl
eingefunden hatten, um den Kraneinsatz zu beobachten.
»Dass während des Winters nicht gearbeitet wurde
ist klar aber warum wurden die Arbeiten mit einigen Monaten
Verspätung wieder aufgenommen?«
Darauf erhielten die Unterstädter weder vom Architekten
noch von den Mitarbeitern der Baufirma eine Antwort. »
Ich habe immer wieder nachgefragt, bei der Stadt, beim Architekten«,
versicherte Josef Evertz.
Doch auch er wusste keine Antwort. Fast so spannend wie bei
einem Kunstwerk von Christo werde die Enthüllung sein.
»Ein Patchwork-Muster aus Alt und Neu werden wir zu sehen
bekommen«, fürchten einige Unterstädter.
»Hoffentlich bringt die Stadt das Geld auf, um den Kirchturm
sandstrahlen zu lassen«, wünschen sie sich.
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Quelle
: Grenz-Echo vom 7.7.2006
Bischofsvikar François Palm, Walhorn
»Nicht
um eigenen Kirchturm drehen«
Welche
Vision steckt hinter dem Projekt der Schaffung von Pfarrverbänden
im Bistum?
Die
Vision ist das Reich Gottes, das mit veränderten Strukturen
und in einer veränderten Situation von Kirche und Gesellschaft
aufgebaut werden soll. Es geht darum unsere Kräfte zu bündeln,
damit wir als Christen Zeichen des Reiches Gottes in dieser Welt
sein können. Die grundlegende Frage, die hinter dem Projekt
»Baustelle Pfarren« steckt, lautet: Wie können
wir als Christen unserem Auftrag in dieser Welt besser gerecht
werden?
Was
ändert sich für die Christen in Ostbelgien durch die
Schaffung von Pfarrverbänden?
Vor
allem muss sich die Mentalität bei den Christen ändern
und das braucht Zeit. Der Weg von einem Konsum- zu einem Bekenntnisdenken
muss unbeirrt gegangen werden. Die Zeiten sind vorbei, da die
Kirche noch sämtliche Bedürfnisse zufrieden stellen
konnte. Nun stellt sich verstärkt die Frage: Was müssen
wir und was können wir als Christen tun? Wir erfahren die
Stärke von Gemeinschaft, wenn wir nicht mehr um unseren eigenen
Kirchturm drehen, sondern inmitten eines Pfarrverbandes die Zusammenarbeit
mit anderen Christen erleben.
Inmitten einer größeren Gemeinschaft können wir
die Kräfte besser bündeln und so unsere Aufgaben gezielter
erfüllen. Alle Christen müssen sich mehr und mehr ihrer
ureigenen Berufung als getaufte Menschen bewusst werden.
Alle sind berufen und nicht nur einige wenige Priester.
Welchen
Ängsten sind Sie bei der Schaffung von Pfarrverbänden
in Ostbelgien vorab begegnet?
Jede
Veränderung ruft Ängste hervor, da wir uns als Menschen
gerne absichern möchten. Jeder eingetretene Pfad, der verlassen
wird, fordert heraus. Nun aber werden alte Strukturen und das
bisherige vielfach verbreitete Kirchturmdenken, aufgebrochen.
Hinzu kommt, dass mit den Pfarrverbänden die Christen noch
mehr aufgerufen werden, mitverantwortlich zu sein, was auch Ängste
hervorruft.
Nicht wenige Christen fühlen sich überfordert, nicht
genügend ausgebildet. Es stellt sich die Frage nach der Begleitung
von Christen, die im Pfarrverband Verantwortung tragen.
Welche
Aufgaben und Herausforderungen kommen auf die Christen zu?
Das
neue Dekret, das die neun Pfarrverbände in Ostbelgien festlegt,
will den Rahmen abstecken und das Ziel vorgeben.
Die größte Herausforderung sehe ich darin, dieses Dekret
mit Leben und Geist zu erfüllen, damit es kein frommes Wunschdenken
bleibt.
Weitere Herausforderungen erkenne ich in einem verstärkten
Miteinander zwischen den verantwortlichen Christen in den einzelnen
Pfarren, die einen Verband bilden.
Wie
sieht die (neue) Aufgabe des Priesters als Leiter eines Verbandes
aus?
Entscheidend
ist, dass der Priester nicht mehr allein in der Verantwortung
steht, auch wenn er weiterhin der erste Verantwortliche vor dem
Bischof ist.
Aber der Priester trägt künftig - inmitten des zu schaffenden
Pastoralteams - mit den Laien zusammen Verantwortung.
Die Priester in einem Pfarrverband sollen noch besser untereinander
kooperieren. Hinzu kommt das Miteinander von Priestern und Laien,
die nicht Erfüllungsgehilfen der Priester sind, sondern Mitträger
in der Verantwortung. Das Dekret steckt den Rahmen ab und ist
die Folge einer pastoralen Entscheidung. Mit den Erlassen gibt
unser Bischof die Richtung vor. Nun gilt es diese Dekrete von
innen her mit Leben und Geist zu erfüllen. (kli)
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Quelle
: Grenz-Echo vom 17.1.2006
Gemütliches
Beisammensein bei traditioneller vereinsinterner Feier
Chor Ste. Marie ehrte langjährige Vereinsmitglieder
Die
Geehrten des Eupener Chors Ste. Marie.
Im
Rahmen eines gemütlichen vereinsinternen Beisammenseins lud
der Chor Ste. Marie der Eupener Pfarre St. Nikolaus am Samstagabend
in die Cafetaria des Eupener Sportzentrums ein.
Im Mittelpunkt dieser Feierstunde standen gleich mehrere Ehrungen
langjähriger sowie verdienstvoller Mitglieder des Chores.
Ausgezeichnet mit der Silbernen Kulturnadel der Deutschsprachigen
Gemeinschaft wurden Albert Creutz, für 31-jährige Vereinstreue
sowie Hildegard Zweber und Paul Depolt für jeweils 30-jährige
Mitgliedschaft.
Ebenfalls geehrt mit der Silbernen Kulturnadel der DG wurden Maria
Creutz und Marie-Louise Daulne für jeweils 29 Jahre, Monique
Mengels für 27 Jahre, Marlene Collienne und Marcel Deswysen
für jeweils 26 Jahre sowie Edith Hoornaert
für 25-jährige treue Mitgliedschaft.
Die
Födekam ehrte mit der Medaille »In Veterani Honorem«
in Gold Jacqueline Stephany und Monique Depolt, beide für
45-jährige Mitgliedschaft, Albert Heuschen für 36 Jahre
sowie Marguerite Rosskamp für 35 Jahre Vereinstreue.
Während
Jean Nyssen für 33 Jahre die Födekam-Auszeichnung Pro
Meritis in Gold in Empfang nehmen konnte, erhielten Lucie Antoine
für 34 Jahre, Albert Creutz für 31 Jahre, Hildegard
Zweber und Paul Depolt, beide für 30 Jahre, Maria Creutz
und Marie-Louise Daulne, beide für 29 Jahre, Monique Mengels
für 27 Jahre, Marlene Collienne und Marcel Deswysen, beide
für 26 Jahre sowie Edith Hoornaert für 25-jährige
Vereinstreue die Födekam-Auszeichnung »In Veterani
Honorem« in Silber.
Eine
besondere Ehrung kam jedoch Marie-Jeanne Lacrosse zuteil, die
für ihre 55-jährige Mitgliedschaft die wohl seltene
Födekam-Auszeichnung »Ehrenkreuz Ritter« in Empfang
nehmen konnte.
Untermalt
wurde dieses ungezwungene Beisammensein durch einige schwungvolle
Gesangseinlagen der Mitglieder des gastgebenden Chores sowie ein
gemeinsames Abendessen, das diese fröhliche Feierstunde in
einem gebührenden Rahmen abrundete.(ras)
Von
Elli Brandt
|
Quelle
: Grenz-Echo vom 5.1.2006
Nach
136 Jahren war eine Restaurierung unumgänglich geworden
Turmkreuz breitet Arme bald wieder über
Unterstadt aus
Am
21. Juni 1869 wurde das Turmkreuz auf den Unterstädter Kirchturm
gesetzt. Jetzt wurde es von Grund auf restauriert und kann noch
während einigen Wochen im linken Seitenschiff der St. Joseph-Kirche
aus nächster Nähe in Augenschein genommen werden.
Nach
vollständiger Restaurierung kann das Turmkreuz der St. Joseph-Kirche
zurzeit im Seitenschiff des Unterstädter Gotteshauses bewundert
werden. Genauso wie der Kirchturm selbst benötigte das Turmkreuz
eine grundlegende Sanierung, die allerdings zügiger voranging
und vor allem auch längst nicht so aufwändig war, wie
die Turmsanierung an sich. Finanzielle Engpässe Das gusseiserne
Kreuz stammt aus dem Jahr 1869.
Erst
fünf Jahre nachdem die Unterstädter Kirche eingeweiht
worden war, erhielt es seinen Platz auf dem Kirchturm. Die St.
Joseph-Kirche war im Jahr 1864 eingeweiht worden, verfügte
zu diesem Zeitpunkt allerdings über keinen Turm. Finanzielle
Engpässe hatten dazu geführt, dass die Kirche erst einmal
ohne Turm auskommen musste.
Mit
dem Kirchturmbau wurde im Jahr 1867 begonnen. Es war ein Aachener
Maurermeister, der diesen Auftrag erhalten hatte und der den Turmbau
im Jahr 1869 beendete.
Ehe
dann aber am 21. Juni 1869 das Turmkreuz aufgesetzt wurde, hatten
die Unterstädter bereits einige Wochen zuvor anlässlich
einer eiligst einberufenen Bürgerversammlung beschlossen,
das Turmkreuz vergolden zu lassen. Ermöglicht wurde diese
Vergoldung dank der Spenden seitens der Unterstädter Bevölkerung.
Am 21. Juni 1869 war es dann endlich soweit. Nach einem Festzug
durch die Unterstadt wurde das funkelnagelneue und inzwischen
vergoldete Kreuz auf dem Kirchturm angebracht, wo es fortan seine
»Arme« über die Unterstadt ausbreitete.
Doch
vor einigen Jahren wurde klar, dass das Turmkreuz »kränkelte«.
Es sind inzwischen sieben bis acht Jahre her, dass sich eines
Tages eine Verzierung an dem Kreuz gelöst hat. Das Eisenstück
fiel durch das Dach des Pfarrsaals und in jenen Raum, wo der damals
noch bestehende Kirchenchor seine wöchentliche Probe abhielt.
Das
frisch restaurierte Turmkreuz soll im kommenden Frühjahr
wieder seinen angestammten Platz auf dem Kirchturm zurückerhalten.
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